Montag, 2. April 2012

Unterland - Anne C. Voorhoeve

Titel: Unterland
Autor: Anne C. Voorhoeve
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Seiten: 448
ISBN: 3473400742
Preis: 16,99 € (Hardcover)
Erscheinungsdatum: 01.01.2012


In einem Wort: traurig

Inhalt: Alice, ein 12-jähriges Mädchen wird, kurz nachdem ihre Heimat Helgoland kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges zerbombt wurde, zusammen mir ihrer Familie gezwungen alles zurückzulassen und kommen in einem Haus in Hamburg unter, in dem sie nun mit anderen Familien auskommen müssen. Ständig werden die Essensrationen von der britischen Besatzungsmacht reduziert und Hunger und totale Armut stehen auf der Tagesordnung. Die Familie hat außerdem damit zu kämpfen, daß Alices Vater als Hilfsarbeiter nach Belgien geschickt wurde und nun die Frauen und Kinder ums Überleben kämpfen müssen, zur Not auch durch illegalen Schwarzmarkt-Handel.

Meinung: Das Buch hatte mich von Anfang an interessiert, da meine Familie selbst - genauer meine Oma und Uroma - Flüchtlinge des Krieges waren. Da sie selbst nicht viel zu berichten haben, vielleicht auch nicht wollen, war es interessant für mich diese Informationen nun durch dieses Buch zu erfahren. Generell ist dieser Teil der deutschen Geschichte für mich interessant.

Am Anfang, muss ich ehrlicherweise zugeben, fand ich das Buch relativ langweilig. Vielleicht hatte ich einfach Schlimmeres erwartet, wenn das überhaupt geht, denn von hungerleidenden Menschen zu lesen ist ja nun nicht unbedingt schön. Je mehr man Alice und ihre Familie jedoch kennenlernt desto sympathischer werden einem die Charaktere und umso mehr konnte ich mit ihnen fühlen. 

Die Zustände in der Nachkriegszeit müssen wirklich furchtbar gewesen sein und umso erstaunlicher finde ich wie mutig und tapfer Alice und ihre Familie die Situationen meistern, vor allem auch, weil Alice nur noch ein Bein hat und sie dennoch auf den Schwarzmarkt geht um dort Sachen gegen wichtige Lebensmittel einzutauschen. Krass fand ich auch die Beschreibungen der Menschen, die mit aller Macht zu verhindern versuchten den Tatsachen in die Augen zu sehen, wie beispielsweise der Lehrer der Kinder, der immer wieder behauptet, daß es Kazets nie gegeben hat. Gerade diese Ignoranz und das Stillschweigen der Grausamkeiten sind mir besonders an die Nieren gegangen, denn gerade das hat dazu geführt, daß es soweit überhaupt gekommen ist.

Alles in allem, finde ich, handelt es sich bei dem Buch um ein wirklich gelungenes Jugendbuch, daß die erschreckende Wahrheit nicht nur über die Deutschen sondern auch über die Besatzungmächte vermittelt. Manchmal stockte mir sogar der Atem dabei. Für ein Jugendbuch hat die Autorin teilweise ganz schön harten Tobak abgeliefert, was aber nicht schlecht ist, sondern die heutige Jugend vielleicht zum Nachdenken anregt.

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